Soziographie

Privatisierung als Gottesdienst. Eine soziographische Fallstudie

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In Konkurrenz zum Ärztehaus Schäferkampsallee 56-58

46 Vorderansicht Ärztehaus.jpg Lageplan Agaplesion-Diakonieklinikum und Kaifu-ÄrztehausThumbnailsHamburger Rathaus (111 Meter) – Agaplesion-Hamburg (260 Meter)Lageplan Agaplesion-Diakonieklinikum und Kaifu-ÄrztehausThumbnailsHamburger Rathaus (111 Meter) – Agaplesion-Hamburg (260 Meter)Lageplan Agaplesion-Diakonieklinikum und Kaifu-ÄrztehausThumbnailsHamburger Rathaus (111 Meter) – Agaplesion-Hamburg (260 Meter)Lageplan Agaplesion-Diakonieklinikum und Kaifu-ÄrztehausThumbnailsHamburger Rathaus (111 Meter) – Agaplesion-Hamburg (260 Meter)Lageplan Agaplesion-Diakonieklinikum und Kaifu-ÄrztehausThumbnailsHamburger Rathaus (111 Meter) – Agaplesion-Hamburg (260 Meter)Lageplan Agaplesion-Diakonieklinikum und Kaifu-ÄrztehausThumbnailsHamburger Rathaus (111 Meter) – Agaplesion-Hamburg (260 Meter)Lageplan Agaplesion-Diakonieklinikum und Kaifu-ÄrztehausThumbnailsHamburger Rathaus (111 Meter) – Agaplesion-Hamburg (260 Meter)

Neben dem Agaplesion-Klinikum entsteht ein weiteres Gewerbezentrum mitten in einem Wohngebiet. Bebaut wird hier ein Teil des Elim-Geländes, das ausreichend Platz für das Klinikum geboten hätte (abgesehen von dem Grundstück in Alten Eichen/Stellingen, wo der Bau vom früheren Senat geplant war).

Agaplesion wollte jedoch die kommunale Erholungsfläche UND das Elim-Grundstück. In dem Gebäude das hier entsteht, werden Teile der Klinik untergebracht sowie "Einweiser"-Ärzte, die Agaplesion "Kunden" zuweisen sollen. Dieser Erweiterungsbau soll die betriebswirtschaftliche Rentabilität einer Klinik sichern, für die es an diesem Ort keinen Bedarf gab. Dieser Bedarf soll nachträglich geschaffen werden.

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Ein Ärztehaus gibt es übrigens schon an der Ecke Hohe Heide/
Schäferkampsallee (Schäferkampsallee 56-58):

→ Praxisgemeinschaft Dr.Dirk Berzow, Andreas Christl und Dr.Andreas Meyer.
→ Gemeinschaftspraxis Wolfgang Hitgen und Stephan Rohde.
→ Praxis Dr. med. Klaus Polke.
→ Praxisgemeinschaft Dr. Doris Folkerts, Dr. Gabriele Gade, Dr. Maica Nagel-Splittgerber.
→ Kinderärzte Dr. Volker Petersen, Dr. Stefan Renz
Dr. Andreas Schemm.
→ Physiotherapie und Krankengymnastik
(und weitere)

Agaplesion tritt als Konkurrenz dieses Ärztehauses auf, was dort zunächst mit Entsetzen aufgenommen wurde (zumal Agaplesion auch noch eine Apotheke eröffnen wollte). Da Agaplesion wirtschaftlich finanzkräftiger ist als alle anderen, werden sich am Ende etliche Ärzte der Schäferkampsallee mit Agaplesion arrangieren müssen. So dehnt der evangelikale Konzern im (noch) säkularen Eimsbüttel seine ökonomische und politische Macht aus.

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Zitat aus den juristischen Einsprüchen der Agaplesion-Gegner gegen die Privatisierung und Bebauung des öffentlichen Raumes durch die Agaplesion AG (2007):


Eine Erforderlichkeit zur Aufstellung eines Bebauungsplanes mit der Festsetzung eines Sondergebietes „Klinikum“ besteht im Vorhabenbereich nicht (§ 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB). Angesichts der ärztlichen Versorgung im relevanten Bereich ist ein entsprechender Bedarf nicht zu erkennen. Im Gegenteil ist die Versorgung mit Ärzten und Krankenhäusern im Kerngebiet von Eimsbüttel als überdurchschnittlich zu bezeichnen.

→ Als Notfallkrankenhäuser sind in unmittelbarer Nähe das UKE, das Krankenhaus St. Georg (Lohmühlenstraße) und das Altonaer Krankenhaus vorhanden.

→ Die Bewohner des Kerngebiets Eimsbüttel sind überdies mit ärztlichen Einrichtungen (niedergelassene Ärzte, Apotheken, Reha-Einrichtungen sowie weitere Spezial-Krankenhäuser) überdurchschnittlich versorgt.

→ Es gibt für 54.054 Einwohner (Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteil-Profile 2005, Stand 2004) 191 niedergelassene Ärzte sowie 18 Apotheken. Auf ca. 280 Einwohner kommt somit ein Arzt und auf etwa 3.000 Einwohner eine Apotheke.