Soziographie

Privatisierung als Gottesdienst. Eine soziographische Fallstudie

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Die Auslagerung in den öffentlichen Raum senkt die Kosten

30 Privatisierung Agaplesion.jpg 1. Großklinik-Geriatrie ist fragwürdig. 2. Hier ganz besondersThumbnailsHohe Weide 17b, 20259 Hamburg1. Großklinik-Geriatrie ist fragwürdig. 2. Hier ganz besondersThumbnailsHohe Weide 17b, 20259 Hamburg1. Großklinik-Geriatrie ist fragwürdig. 2. Hier ganz besondersThumbnailsHohe Weide 17b, 20259 Hamburg1. Großklinik-Geriatrie ist fragwürdig. 2. Hier ganz besondersThumbnailsHohe Weide 17b, 20259 Hamburg1. Großklinik-Geriatrie ist fragwürdig. 2. Hier ganz besondersThumbnailsHohe Weide 17b, 20259 Hamburg1. Großklinik-Geriatrie ist fragwürdig. 2. Hier ganz besondersThumbnailsHohe Weide 17b, 20259 Hamburg1. Großklinik-Geriatrie ist fragwürdig. 2. Hier ganz besondersThumbnailsHohe Weide 17b, 20259 Hamburg

■ Seit der Inbetriebnahme der Agaplesion-Klinik auf der privatisierten Fläche im Jahr 2011 gibt es hier eine weitere spezielle Geschäftspraxis auf öffentliche Kosten, nämlich die Auslagerung des kalkulierten Platzmangels in den öffentlichen Raum (Bürgersteig, Parkplätze, Taxiplätze, Straße).

Und nicht nur die finanziellen, sondern auch die sozialen und psychischen Kosten dieses Agaplesion-Baus werden auf die Öffentlichkeit verteilt.

Diese Möglichkeit wird Agaplesion von der Politik eingeräumt.

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DIE RISIKEN TRAGEN ANDERE - NICHT AGAPLESION


■ Ordoliberale Ideologen propagierten einst das Ideal eines Gleichgewichts zwischen Gewinnmöglichkeiten und Verlustrisiko:

„Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen“.

Doch beim Agaplesion-Klinikum wird dieser „ideale Kapitalismus“ von der Bezirkspolitik außer Kraft gesetzt, wodurch allen Beteiligten ein Verhalten des Moral Hazard ermöglicht wird.

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■ Im Namen übergeordneter Interessen („Gemeinnützigkeit“) kann der Agaplesion-Konzern sich die Profite aus dieser unverantwortlichen Bebauung und der zusätzlichen Nutzung des öffentlichen Rest-Raumes privatwirtschaftlich aneignen, muss aber für die dadurch entstehenden Verluste nicht einstehen, sondern kann sie auf andere abwälzen.

Weil Entscheidung und Verantwortung entkoppelt sind und zwischen Verlustrisiko und Gewinnchance kein Zusammenhang mehr besteht - wenn das Agaplesion-Klinikum sich nicht rechnen würde, wäre die Politik sofort mit „Hilfen“ zu Stelle - kann man mehr wagen als andere.

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→ Wie im Fall der „Finanzkrise“ bekommen auch beim Agaplesion-Klinikum diejenigen die Folgen riskanter Entscheidungen zu spüren, die nicht an den Entscheidungen teilhatten oder sogar explizit dagegen waren.

→ Wie im Fall der „Finanzkrise“ lassen sich die Folgen dieses Baus für die davon Betroffenen nicht dem eigenen Tun oder Unterlassen zurechnen.

→ Es gibt Risiken, auf die man sich einstellen kann bzw. mit den man rechnet und sie aus verschiedenen Gründen nicht für vermeidbar hält. Beim Agaplesion-Bau überschreiten die Risiken die Möglichkeit rationaler Kalkulation. Man weiß hier nie was noch alles kommt.