Soziographie

Privatisierung als Gottesdienst. Eine soziographische Fallstudie

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Elim-Abriss und Agaplesion-Anbau auf Kosten der Öffentlichkeit

051 DKH Elim.jpg Abriss des KH Elim (vor dem Agaplesion Haupteingang)ThumbnailsVor dem AbrissAbriss des KH Elim (vor dem Agaplesion Haupteingang)ThumbnailsVor dem AbrissAbriss des KH Elim (vor dem Agaplesion Haupteingang)ThumbnailsVor dem AbrissAbriss des KH Elim (vor dem Agaplesion Haupteingang)ThumbnailsVor dem AbrissAbriss des KH Elim (vor dem Agaplesion Haupteingang)ThumbnailsVor dem AbrissAbriss des KH Elim (vor dem Agaplesion Haupteingang)ThumbnailsVor dem AbrissAbriss des KH Elim (vor dem Agaplesion Haupteingang)ThumbnailsVor dem Abriss

Diese Grafik zeigt:

■ Rechts unten die Hamburger Filiale des Frankfurter Agaplesion-Konzerns. Der Bau steht seit Februar 2011 auf einer privatisierten Erholungsfläche im dichtbebauten Kerngebiet von Hamburg-Eimsbüttel.

■ Seine Hinterfront, die in der Eigenwerbung als Vorderfront dargestellt wird, grenzt unmittelbar an einen Fußballplatz des ETV, der auf der Agaplesion-Tiefgarage liegt. Der Kunstrasen dieses Fußballplatzes wird in der Agaplesion-PR als menschenleere Wiese dargestellt.

■ Die Vorderfront der Klinik grenzt direkt und mit sehr geringem Abstand an die Straße eines Wohngebietes. Durch diese Straße wird der gesamte "Lieferverkehr" der Geriatrischen Abteilung dieser Klinik abgewickelt, das sich dort die Auffahrt-Rampe befindet. Sie liegt direkt auf und an dem Bürgersteig.

■ Die rechte Seite der Klinik, die hier nicht zu sehen ist, grenzt direkt an die vielbefahrene Bundestraße.

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Die Grenzen des Klinikbaus sind identisch mit seiner Grundstücksgrenze. Anders gesagt: Das Grundstück wurde zu 100% bebaut. Es hat weder Hof noch Garten, also keinerlei Klinikgelände. Dadurch drängt der Klinikbetrieb permanent in den öffentlichen Straßenraum. Patienten und Personal nutzen diesen als Aufenthaltsort und Kranke werden vor den Augen von Passanten und Anwohnern aus- und eingeladen.
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■ Die einzige Möglichkeit, um diese Zustände weitgehend zu beenden, würde darin bestehen, dass Agaplesion alle Aktivitäten, die jetzt im öffentlichen Raum stattfinden, auf das Elim-Grundstück verlegt. Dorthin könnte die Auffahrt verlegt werden. Dort könnte ein Hof für die Patienten und das Personal entstehen. Dorthin könnte ein gefährlicher Sauerstofftank verlegt werden, der jetzt direkt am Bürgersteig steht.
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Doch dieser "Gesundheitskonzern", der schon bisher auf die Gesundheit der Bevölkerung keine Rücksicht nahm, denkt nicht an eine Beendigung seiner Übergriffe.

Im Gegenteil: Durch die vollständige Bebauung auch des Elim-Grundstückes sollen diese Zustände verewigt und sogar noch verschärft werden.
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■ Diese Zuspitzung wird bereits mit den Baumaßnahmen einsetzen. Sie werden sich zunächst direkt vor dem Klinikeingang abspielen. Dieser Eingang führt in die einzige Halle, die direkt an den lauten Fußballplatz grenzt. In dieser Halle wird nun zusätzlich der Baulärm zu hören ein. Wenn Patienten und Personal dieser Situation entkommen wollen, bleibt ihnen - das zeigte schon die Situation im ersten Jahr nach der Eröffnung - nur der öffentliche Straßenraum. Dort werden sich ab 2012 auch zusätzlich zu den zahlreichen Bussen des Tagesklinik-Pendelverkehrs die LKWs des Baustellenverkehrs bemerkbar machen.