Soziographie

Privatisierung als Gottesdienst. Eine soziographische Fallstudie

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Die Beseitigung des Elim-Krankenhaus-Gartens

042 Krankenhausgarten Agaplesion.jpg Die Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensThumbnailsDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensThumbnailsDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensThumbnailsDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensThumbnailsDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensThumbnailsDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensThumbnailsDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-GartensThumbnailsDie Beseitigung des Elim-Krankenhaus-Gartens

In Hamburg-Eimsbüttel wurde eine Klinik ohne jeden Auslauf für Patienten gebaut.

Das Bebauungskonzept sieht keine für Patienten nutzbaren Außenanlagen vor

heißt es dazu in der Begründung zum Bebauungsplan Eimsbüttel 9.

Und weiter: "Ausgleichsmaßnahmen innerhalb des Plangebiets
Ausgleichsmaßnahmen sind auf Grund der überwiegenden Flächeninanspruchnahme durch das Sondergebiet „Klinikum“ und die Sportanlage innerhalb des Plangebiets nicht möglich."

Vor diesem Hintergrund ist es bezeichnend, dass Agaplesion nicht nur einen riesigen Erholungsraum von 20.000 Quadratmetern zerstörte und bebaute, sondern auch noch den Elim-Krankenhausgarten.

Dass der ganze Komplex also keinen Meter Grün kennt und es auch sonst keine Außenflächen gibt, sieht man an den Folgen:

Von 1927 bis 2011 gab es in der Umgebung der Straße Hohe Weide niemals Patienten, die auf dem Bürgersteig umherliefen. Nie wurden Patienten öffentlich auf der Straße ausgeladen.

Das KH Elim war ein unsichtbares Krankenhaus. Wer dort nicht Patient war, bekam von dem Klinikbetrieb nichts mit.

Erst mit der Eröffnung der Agaplesion-Klinik entstanden unhaltbare Zustände.

Agaplesion und die Hamburger Politik behaupteten frech:

„Begrünte Außenanlagen und Krankenhausgärten spielen im heutigen Krankenhauswesen keine für die Genesung der Patienten bedeutende Rolle mehr. Daher sieht das Bebauungskonzept keine für Patienten nutzbaren Außenanlagen vor.“ (Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel, 23.1.2007: Begründung zum Bebauungsplan Eimsbüttel 9).


Tatsächlich ist es so, dass Krankenhausbauten üblicherweise nicht direkt an der Straße stehen, sondern entweder weiter zurück liegen oder sogar, umgeben von einem Park, hinter einer Mauer verschwinden. Eine Klinik direkt an der Straße ist aus gutem Grund das Letzte, was Kranke sich wünschen. Wo es so etwas trotzdem gibt, existiert immer ein geschützter Innenhof, der oft als Garten angelegt ist.

Auch das gibt es nicht beim Agaplesion-Diakonieklinikum Hamburg.