Soziographie

Privatisierung als Gottesdienst. Eine soziographische Fallstudie

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Agaplesion Ärztehaus („Kaifu Ärztehaus“, vorher „Praxenpark“)

017 Kaifu Ärztehaus.jpg AGAPLESION DKH - KAIFU Ärztehaus am DKHThumbnailsAneignung des öffentlichen Raumes UND des Elim-GrundstückesAGAPLESION DKH - KAIFU Ärztehaus am DKHThumbnailsAneignung des öffentlichen Raumes UND des Elim-GrundstückesAGAPLESION DKH - KAIFU Ärztehaus am DKHThumbnailsAneignung des öffentlichen Raumes UND des Elim-GrundstückesAGAPLESION DKH - KAIFU Ärztehaus am DKHThumbnailsAneignung des öffentlichen Raumes UND des Elim-GrundstückesAGAPLESION DKH - KAIFU Ärztehaus am DKHThumbnailsAneignung des öffentlichen Raumes UND des Elim-GrundstückesAGAPLESION DKH - KAIFU Ärztehaus am DKHThumbnailsAneignung des öffentlichen Raumes UND des Elim-GrundstückesAGAPLESION DKH - KAIFU Ärztehaus am DKHThumbnailsAneignung des öffentlichen Raumes UND des Elim-Grundstückes

Das Agaplesion Ärztehaus („Kaifu Ärztehaus“, vorher „Praxenpark“)

Das Luftbild zeigt das Krankenhaus "Elim" in Hamburg-Eimsbüttel.

■ Bis 2003 gehörte die Krankenhaus Elim GmbH der "Elim-Stiftung" der "Freien evangelischen Gemeinden in Norddeutschland" (FEGN). Dabei handelt es sich um eine evangelikale "Freikirche", die als missionarische "Erweckungsbewegung" entstand. Das 1927 errichtete Elim war die wichtigste ökonomische Basis dieses Heilunternehmens. Die FEGN ist bis heute Mitglied der evangelikalen "Evangelischen Allianz".
■ Seit 1974 stand die Elim GmbH mehrmals kurz vor der Insolvenz. 2001 drängte die damalige SPD-Landesregierung das Elim, die Holding "Alten Eichen" und die methodistischen KH Bethanien GmbH (Hamburg) zur Fusion. Sie sollten gemeinsam eine "Diakonieklinikum GmbH" gründen und nach der Fusion in Hamburg-Stellingen auf einem eigenen Grundstück eine gemeinsame Klinik errichten, um die Zahl der Betten und die Kosten zu reduzieren.
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Als es soweit war, zeigte sich, dass das Elim zahlungsunfähig war. Der Geschäftsführer Otto Buchholz hatte das Betriebsvermögen an der Börse verspielt.

Aus der Fusion wurde eine "feindliche Übernahme" durch die finanzkräftige Bethanienkette, die 2002 die Aktiengesellschaft Agaplesion hervorgebracht hatte. Formal war auch die Holding Alten Eichen dabei, die aber selbst seit Jahren immer wieder beim Staat um Finanzhilfen nachgefragt hatte.

Nachdem das Elim faktisch an die geschäftstüchtigere evangelikale Konkurrenz gefallen war, gelang es dieser, sich mit Hilfe des Beust-Senates die benachbarte öffentliche Fläche anzueignen.

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■ Nachdem dort die "Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg gGmbh" im Frühjahr 2011 ihre Geschäfte aufgenommen hatte, begann der Agaplesion-Konzern das Elim abreißen um dort seiner Klinik einen Erweiterungsbau hinzufügen.

Während das Klinikum auf der privatisierten Fläche öffentlich finanziert wurde, handelt es sich bei dem Erweiterungsbau um eine reine Privatinvestition des "gemeinnützigen" Agaplesion-Konzerns. (Allerdings sind auch hier diverse staatliche Zahlungen im Spiel, die auf dem Blog der IGDRA genauer beschrieben werden).
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■ Der Bau der auf dem Foto eingezeichneten Sporthalle auf dem hinteren Teil des Elim (auf einer Agaplesion-Tiefgarage, gehört zu einem Deal, der 2002 hinter dem Rücken der kommunalen Öffentlichkeit zwischen Agaplesion, ETV, Schill-Partei und CDU vereinbart wurde. Die Details werden auf diesem Fotoblog und auf dem weblog der Initiative ausführlich dargestellt.