Soziographie

Privatisierung als Gottesdienst. Eine soziographische Fallstudie

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1949: Ende der Entnazifizierung

008 Entnazifizierung.jpg Friedrich Heitmüller, Elim-ChefThumbnails1953 Nächstenliebe auf KrankenscheinFriedrich Heitmüller, Elim-ChefThumbnails1953 Nächstenliebe auf KrankenscheinFriedrich Heitmüller, Elim-ChefThumbnails1953 Nächstenliebe auf KrankenscheinFriedrich Heitmüller, Elim-ChefThumbnails1953 Nächstenliebe auf KrankenscheinFriedrich Heitmüller, Elim-ChefThumbnails1953 Nächstenliebe auf KrankenscheinFriedrich Heitmüller, Elim-ChefThumbnails1953 Nächstenliebe auf KrankenscheinFriedrich Heitmüller, Elim-ChefThumbnails1953 Nächstenliebe auf Krankenschein

Nach dem Potsdamer Abkommen sollten die Nachfolgestaaten des "Dritten Reiches" von allen Einflüssen des Nationalsozialismus befreit werden.

Gegen diese Entnazifizierung liefen vor allem die Kirchen Sturm.

Offiziell wurde der "Schlussstrich" 1951 mit dem Entnazifizierungsschlussgesetz vollzogen. In der Realität aber schon viel früher dadurch, dass die Alliierten diese Aufgabe an die Deutschen selbst delegierten.

Dabei machte man den Kirchen sogar das Zugeständnis, ihre "Vergangenheitsbewältigung" ganz in eigener Regie durchzuführen.

Auch Friedrich Heitmüller wurde schon frühzeitig "entlastet" und konnte sich dann unbehelligt dem "Wiederaufbau" des Elim und der dazugehörigen Erweckungsbewegung widmen.

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Hamburger Abendblatt, 01.03.1949
Entnazifizierung: Handel mit Persilscheinen
Verfahren gegen den ehemaligen Sonderbevollmächtigten für Entnazifizierung in Nordrhein-Westfalen, Robert Saalwächter, und seine Ehefrau Anneliese.

Die Anklage lautet auf "schwere passive Bestechung und fortgesetzten und -versuchten Betrug:

Er hat laut Anklageschrift Bestechungsgelder in Höhe von 36 000 D-Mark, Naturalien sowie Darlehen in Höhe von 56 000 DM für betrügerische Zwecke erhalten. Am 8. Mai 1946 wurde der schon wegen Unterschlagung, Untreue und Urkundenunterdrückung mit Gefängnis Vorbestrafte von der SPD als Entnazifizierer vorgeschlagen.

Der jetzige Ministerpräsident, damals Oberbürgermeister, Arnold, hatte der Militärregierung 32 Namen zur Auswahl vorgelegt. Saalwächter stand an erster Stelle. Die Militärregierung lehnte die gesamte Liste ab: „Wir baten Sie, uns erstklassige Persönlichkeiten zu benennen. Was wir von Ihnen vorgeschlagen erhielten, sind Diebe, Sträflinge und ähnliches.'' Saalwächter wurde maßgebend im Regierungs - Entnazifizierungs - Ausschuß.

Er erhielt 800 Mark monatlich und täglich einen steuerfreien Ehrensold von 50 Mark und nach der Währungsreform eine Abfindungsbetrag von 4500 DM. Die von ihm verkauften Persil-Scheine erreichten den Gesamtbetrag von fast 100 000 DM. Alle, die ihm genügend Geld boten, wurden angestellt. 1000 bis 1500 DM war der Durchschnittssatz. Eine Großbank zahlte als Pauschale rund 30 000 DM als Darlehen. Bekannte Namen aus Nordrhein-Westfalen wurden vom Gericht mit den von ihnen gezahlten Beträgen vorgelesen.

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Hamburger Abendblatt, 17.01.1953
Frau Himmler belastet
Die Berufungskammer München verwarf vorgestern die Berufung von Frau Margarete Himmler gegen den Spruch der Entnazifizierungs - Hauptkammer. Frau Himmler, die Frau des früheren Reichsführers der SS Himmler, bleibt in der Gruppe der Belasteten. Ihr Vermögen über 45 000 DM wird eingezogen.